Grü­ner Japankäfer

Der Japan­kä­fer (Popil­lia japoinica), ein Alles­fres­ser unter den Pflanzenschädlingen

Der Japan­kä­fer ist wenig wäh­le­risch. Mehr als 300 Pflan­zen­ar­ten ste­hen auf sei­nem Spei­se­plan, beson­ders Rosen Wein­re­ben, Apfel‑, Kirsch und Pflau­men­bäume haben es ihm ange­tan. Aber auch andere Gemü­se­pflan­zen sowie zahl­rei­che Zier­pflan­zen sind vor sei­nem Hun­ger nicht sicher. Die erwach­se­nen Käfer fres­sen das Blatt­ge­webe zwi­schen den Blatt­adern, zurück bleibt ein soge­nann­tes Ske­let­tier­fraß­bild. Auch Blü­ten und reife Früchte wer­den ange­fres­sen zurückgelassen.

Noch heim­tü­cki­scher sind die Lar­ven, soge­nannte Enger­linge im Boden. Diese ernäh­ren sich von den Wur­zeln von Grä­sern und ande­ren Pflan­zen. Zurück­blei­ben ver­trock­ne­tet Rasen­flä­chen, ein locke­rer Grasbe­stand und geschwächte Pflan­zen. Suchen dann noch Vögel und andere Tiere nach den Lar­ven, kann das Schad­bild enorm sein.

Der Japan­kä­fer ist ein auf­fäl­li­ger Käfer. Er besitzt einen 8 bis 12 Mil­li­me­ter ova­len Kör­per. Sein Chi­tin­pan­zer schim­mert dun­kel­grün. Auf­fäl­lig sind seine kup­fer­brau­nen bis bron­ze­far­be­nen schim­mern­den Flü­gel­de­cken sowie die 5 wei­ßen Haar­bü­schel an jeder Kör­per­seite und zwei wei­tere am Hin­ter­leib. Diese unter­schei­den ihn deut­lich von ähn­li­chen hei­mi­schen Käfer­ar­ten. Denn der Japan­kä­fer ist ein inva­si­ver Einwanderer.

Ursprüng­lich stammt er, wie der Name schon ver­mu­ten lässt, aus Japan. Er gehört zu den Blatt­horn­kä­fern und durch natür­li­che Feinde im Her­kunfts­land wird er gut in Schach gehalten.

Durch den inter­na­tio­na­len Waren­ver­kehr gelangte er Anfang des 20. Jahr­hun­derts nach Nord­ame­rika, wo er sich durch noch feh­lende Gegen­spie­ler rasch etablierte.

Seit eini­gen Jah­ren brei­tet sich der Schäd­ling, dank durch den Kli­ma­wan­del auch in Europa aus. Beson­ders betrof­fen sind Nord­ita­lien und die Süd­schweiz. Von dort wird seine wei­tere Aus­brei­tung auf­merk­sam über­wacht. Auch in Deutsch­land, beson­ders in Baden-Würt­tem­berg und Hes­sen, wurde der Käfer schon gesichtet.

Durch Pflan­zen und Erd­ma­te­rial sowie selbst­stän­dig flie­gend, ver­grö­ßert sich sein Aus­brei­tungs­ge­biet zunehmend.

Die Flug­zeit der Käfer liegt zwi­schen Juni und September.

Nach dem Paa­rungs­akt legt ein Weib­chen 40 bis 60 Eier, bevor­zugt in feuchte Rasen­flä­chen und Wie­sen. Nach weni­gen Wochen schlüp­fen die Lar­ven, die man leicht an ihrem hel­len Kör­per mit brau­nem Kopf erken­nen kann, und das große Fres­sen beginnt.

Sie über­win­tern im Boden und im Früh­jahr ver­pup­pen sich die Enger­linge. Bereits im Früh­som­mer erscheint die nächste Käfer­ge­ne­ra­tion. Der beste Schutz gegen die­sen Schäd­ling beginnt mit Aufmerksamkeit.

Typi­sche Hin­weise sind:

  • Ske­let­tierte Blätter
  • Braune oder abster­bende Rasenflächen
  • Locke­rer Rasen der sich leicht abhe­ben lässt
  • Auf­tre­ten von metal­lisch grü­nen Käfern

Soll­ten sie wel­che fin­den, hilft ein Gefäß mit Sei­fen­was­ser, um die Käfer unschäd­lich zu machen. Gegen die Lar­ven kön­nen Nema­to­den ein­ge­setzt wer­den. Oft hilft auch das Gie­ßen von befal­le­nem Boden mit einer Was­ser-Neemöl Lösung (5ml Neemöl, ein Sprit­zer Spül­mit­tel auf 1 Liter Was­ser), dies kann die Wei­ter­ent­wick­lung der Larve stoppen.

Der Japan­kä­fer zählt zu den gefähr­lichs­ten inva­si­ven Pflan­zen­schäd­lin­gen welt­weit. Sowohl die Käfer als auch die Lar­ven ver­ur­sa­chen erheb­li­chen Scha­den in der Land­wirt­schaft, Gar­ten­bau und Grün­an­la­gen. Für Hob­by­gärt­ner, Obst­bau­ern und Win­zer kann sein Auf­tre­ten erheb­li­che Fol­gen haben und somit rückt er zuneh­mend in den Fokus der Pflanzenschutzbehörde.

Als Qua­ran­tä­ne­schäd­ling sollte durch früh­zei­ti­ges Erken­nen, das Mel­den und Foto­do­ku­men­ta­tion von Fun­den sowie geeig­nete Bekämp­fungs­maß­nah­men, seine Aus­brei­tung wirk­sam begrenzt wer­den. Eine schnelle Reak­tion kann hel­fen, grö­ßere Schä­den zu verhindern.

J. Bindal Lei­te­rin der Fachgruppe